Die Halle59 ist wegen Umbau bis nach den Sommerferien geschlossen.

! AUFRUF DER KÖLNER JUGENDORGANISATIONEN !

Jugendliche haben unter dem pandemiebedingten Lockdown, Home-Schooling und Beschränkungen im Alltag besonders gelitten. In den letzten Wochen wurde endlich mehr in den Medien berichtet und von der Wissenschaft veröffentlicht, welche Folgen dies auf die jungen Menschen hat. Es ist erschreckend, dass wir nach mehr als zwei Jahren Pandemie keinen Langzeitplan zu diesen Ergebnissen und Folgen vorliegen haben.
In vielen Gutachten wird von einer deutlichen Zunahme von „Symptomen von Angst, Depression und eine verminderte Lebensqualität“ bei Kindern und Jugendlichen gesprochen. In einem Offenen Brief warnen Fachleuten aus der psychologischen Betreuung von Kindern und Jugendlichen vor gravieren Folgen in allen Altersgruppen. Gerade jetzt muss der Fokus in den Schulen über die Lernstoffvermittlung hinaus verändert werden. Kinder und Jugendliche brauchen sowohl in der Schule als auch außerhalb der Schule in der Corona-Situation weitergehende Unterstützung.

Selbstvertrauen, Erfolgserlebnisse in der Gruppe, Bestätigung und einfach gemeinsam Spaß haben: Das sind Fähigkeiten und Bedürfnisse, die für eine gesunde Entwicklung in der Jugend extrem wichtig sind. Dazu sind aber bestimmte Voraussetzungen nötig: Sicherheit, Freiräume und Perspektiven.

Wir als Akteur:innen in der Jugendverbandsarbeit, offenen Jugendarbeit
und außerschulischen Bildung sehen in unserem Alltag viel
Hilflosigkeit bei Kindern und Jugendlichen mit denen wir in Kontakt
sind. Sie berichten von Überforderung, Ängsten und fehlender
Unterstützung. Mit unseren Angeboten und Strukturen können wir
die bei uns angebundenen Kinder und Jugendlichen im Rahmen
unserer aktuellen Möglichkeiten unterstützen. Jedoch stoßen
auch wir zunehmend mit dieser großen Aufgabe an unsere
Grenzen – die individuellen Herausforderungen und Belastungen
wachsen ständig. Finanzielle Unterstützung zusätzlicher Angebote
unserer Arbeit erfahren wir durch Jahresförderprogramme. Sie
bieten uns kurzfristige Möglichkeiten, schaffen allerdings keine
langfristigen und erweiterten Strukturen.

Daher rufen wir sowohl die Kommunal- und Landespolitik, als auch die Verwaltung auf, folgende Punkte zeitnah umzusetzen:

MEHR HILFEN:
Im Bereich der Schule muss der Fokus mehr auf die physische und psychische Gesundheit der Kinder und Jugendlichen gerichtet werden, und nicht ausschließlich auf die Einhaltung des Lehrplans. Hierzu bedarf es fachlichen Personals und Hilfen auch für das Lehrpersonal an Schulen.
LANGFRISTIGE FÖRDERPROGRAMME:
Über die verschiedenen Programme, wie „Aufholen nach Corona“ hinaus müssen weitere und langfristige Rahmenbedingungen geschaffen werden. (z.B. größere Angebote von Schulsozialarbeit in allen Schulformen, weitere Kooperationsmöglichkeiten von schulischer und außerschulischer Kinder- und Jugendarbeit – über die OGS hinaus, psychosoziale Beratungsangebote an Schulen etc.)
MENTAL HEALTH:
Ein Konzept für weitergehende Hilfen, das einerseits die wissenschaftlichen Erkenntnisse zu den Auswirkungen der Pandemie auf junge Menschen berücksichtigt und andererseits Kinder und Jugendlichen mit einbezieht muss nun gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen erarbeitet werden.
PARTIZIPATION:
Mit den Kindern und Jugendlichen ins Gespräch gehen und ihre Meinungen hören. Es sollte nicht über, sondern MIT Kindern und Jugendlichen gesprochen und entschieden werden.

jugz